ep. 1/ Die Hölle von Riu Vadului, ein Ort , an dem viele Menschen jahrelang leiden mussten – Jenny Rasche

Dieses Material stammt aus dem öffentlichen Profil von Frau Jenny Rasche, die einen heiklen Punkt im sozialen System des Landkreises Sibiu angesprochen hat. Es entspricht nicht meiner Art, einfach so etwas zu kopieren und einzufügen, doch diese Gräueltaten müssen ans Licht kommen, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.

Meine Frage ist: Was haben diese Menschen vor Gott verbrochen, dass sie vom Schicksal so geschlagen und wehrlos geboren wurden? Und wer sind die Angestellten der DGASPC Sibiu, die sie wie Dreck behandeln?

Wenn Sie sich als Gott aufspielen und hoffen, dass die Wahrheit mit diesen elenden Menschen begraben wird:

,,Ein grosser Denker hat einmal gesagt :

,,Ihr werdet die Wahrheit kennen und sie wird Euch frei machen.”
Elli – Teil 1
Ich habe mehrere Tage darüber nachgedacht, ob ich diesen Post veröffentliche oder nicht.
Mir ist klar, in dem Moment, wo meine Finger den Auslöser drücken und der Post online geht – werden viele Menschen ein inneres Problem haben.
Ein Problem, das sie vielleicht nicht alle zugeben würden, weil sie es verdrängt haben, bis zu diesem Punkt.
Darum möchte ich all jenen , die eventuell negative Gefühle entwickeln, weil sie im direkten Zusammenhang mit dem Fall standen, kann ich nur eins sagen: ,, Die wahre Form der Vergebung ist, sich keine andere Vergangenheit zu wünschen.”
Damit es nicht zu lang auf Facebook wird ( heutzutage sind lange Texte nicht mehr so in Mode – habe ich beschlossen , die Geschichte in drei Teilen zu schreiben.

Meine Reise beginnt im Jahr 2010.

Der Himmel ist stark zugezogen , es sieht nach Regen aus.
Manche Tage wirken so, als hätten sir nie angefangen.
Die Behindertenheime in Rumänien sind vollgestopft mit Erwachsenen und Kindern.
Noch immer steht die Dezentralisierung, die seit 2009 beschlossen wurde,vollkommen aus.
Wir sind eine kleine Truppe, arbeiten mit allem, was wir irgendwie haben und organisieren können.
Wir sind jung , wild und ubgestüm. Mit bunten Haaren und der Hoffnung im Herzen.
Wir unterrichten 68 Kinder in einem After School , versuchen die Nöte der Familien, um die wir uns kümmern, so gut wie es geht zu lindern, aber auch wir können uns nicht zerteilen.
Immer wieder führt uns unser Weg in das Heim „Riu Vadului”, ein Lager für Kinder, die als „unrettbar” eingeschätzt wurden zu Zeiten des Regimes und dann als Lager für Erwachsene umfunktioniert wurde.
Ich glaube, niemand weiß, wie viele Menschen in diesem Lager gestorben sind.
In solchen speziellen Kinderheimen schickte zu Ceausescus Zeiten , eine Kommision Kinder, bei denen man festgestellt hatte , dass sie nicht zu retten waren ,in solche Heime.
Meistens Kinder mit Behinderung.
Sie hießen ” irecuperabil ” ,
Der Stempel entschied über Leben oder Tot.
Die Angestellten in den Heimen , aus denen die Kindet gebracht wurden , scherzen noch heute darüber.
Kürzlich bei einer Unterhaltung mit einer ehemaligen Kinderpflegerin wurde das Thema ” Riu Vadului” behabdelt.
Die Dame lächelte ( vielleicht einfach aus Selbstschutz) :
,,Wir schickten diese Kinder auf ihren letzten Weg.”
Das perfide System hat 27 solche Heime in ganz Rumänien betrieben.
Ihr Ziel war es, das Überleben eines Kindes lediglich für sieben Monate zu sichern.
Das Ableben des Kindes bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres war das große Ziel dieser Einrichtungen.
Im Rahmen meiner Diplomarbeit konnte ich sehr viel Recherche betreiben über diese Zeit und muss zugeben, dass ich irgendwann auch das Problem hatte, dass ich einfach nicht mehr konnte, weil ich es nicht mehr aushalten konnte, was Menschen mir erzählten.
Heute frage ich mich, wie wir es damals ausgehalten haben, diesen ganzen Horror dort zu sehen.
Damals , damit meine ich 2010….. gab es noch keine Heizung, es gab kein warmes Wasser in Riu Vadului.
Unter allen Türen zog der Wind. Die Mauern, sie waren die Festung – es gab kein entrinnen – ein Gefängnis für Menschen, die sich nicht wehren konnten, aber irgendwie überlebt hatten als das Regim fiel.
Man konnte es fast nicht glauben :
es gab tatsächlich Kinder, die beim Fall des Regimes noch am Leben waren.
Die Kinder des Staates. Und manche von ihnen lernten dann irgendwann innerhalb der Mauern von Riu Vadului laufen. Ich habe keine Ahnung, wie viele Insassen dort waren , als ich das erste Mal dorthin kam. Es müssen über zweihundertfünfzig gewesen sein.
Noch viele Jahre war das Heim extrem vollgestopft.
Wir wussten, dass wir nur punktuell helfen konnten.
An manchen Tagen brachten wir Windeln, Joghurt, Früchte.
Manchmal fragte ich mich, ob wir diese Dinge mehr für uns brachten als für die Menschen dort, wenn man einfach spürte, dass man es innerlich nicht aushalten konnte, wie verzweifelt all diese Kinder waren.
Ja, ich sage Kinder, auch wenn sie erwachsen sind. Sie hatten nie die Chance, erwachsen zu werden.
Nachträglich kann ich gar nicht mehr sagen, welche Bewohner ich zuerst und zuletzt kennenlernte.
Mein Gehirn war nur die ganze Zeit damit beschäftigt, den Anblick, der sich mir bot, auszuhalten und dabei zu lächeln und den nächsten Joghurt zu öffnen.
Tränen liefen über meine Wangen.
Ein Geruch , den man sich kazm vorstellen kann…
Wenn ich heute die Geschichte reflektiere, sehe ich die gnadenlose Überlastung meiner jungen Seele mit all diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die quasi vor meinen Augen stattfanden.
Selbstverständlich wird es jetzt Menschen geben, die spätestens am Punkt dieses Textes in Wut ausbrechen.
Aber bitte, bleib ruhig, nichts ist so stark wie die Wahrheit und ihr wisst ganz genau, was ihr getan habt.
Neben abgemagerten Körpern, aus denen das blanke Leid in unsere Augen schaute, versuchten wir jeden Tag in unseren Hilfsaktionen, die Nerven zu behalten.
Wir haben Fehler gemacht. Die haben dazu geführt, dass man uns dort den Zugang verweigert hat, aber das ist ein anderes Kapitel.
Es wird mir wahrscheinlich nicht möglich sein, die ganze Geschichte heute an einem Tag zu schreiben und trotzdem werde ich versuchen möglichst präzise und komprimiert zu berichten.
Zugegeben, es fällt mir in diesem Fall extrem schwer, weil ich selbst emotional so unglaublich bis an meine absoluten Grenzen gehen muss , um mich an all diese Dinge zu erinnern.
Hier beginnt die eigentliche Geschichte.
Ich möchte euch von Elli erzählen.
Einer Seele , durch die ich ein grosses Kapitel im Klassenzimmer des Lebens lernen durfte , auch wenn die Erinnerung daran brennt wie Feuer.
Grübchen , und immer ein freundliches Lächeln auf den Lippen.
Als ich sie zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe , sah ich sie immer nur von einem Saal in den anderen laufen .
Geschäftig trug sie Eimer hin und her….
Rückte Betten zurecht….und wischte dwn Fussboden.
Schweissperlenen auf ihrer Stirn und in hoher Vorfreude auf das , was jetzt als Belohnung für 12 Stunden Sklavenarbeit für sie vorgesehen war…..
Eine Zigarette , die ihr von einer der Pflegerinnen mit einer Arroganz gegeben wurde , die ich nie vergessen werde.
Elli , sie lächelte . Für all diejenigen, die sich schon seit Jahren nicht mehr bewegen konnten…für all jene die eigentlich ” zur Arbeit” kamen…derenJob sie scheinbar komplett übernommen hatte.
Und für mich. Die ich versuchte zu verstehen, warum ich lächelte und gleichzeitig weinte.
Aufgrund der Tasache , das die Aktenlage in dieser Einrichtung eine einzige Katastrophe war , konnten ich auch im Nachhinein kaum etwas übet Ellis Kindheit.
Sie war eine der ersten Bewohner, die mir richtig aufgefallen sind , weil sie immer so beschäftigt schien.
Ein lächelndes Wesen das wie ein warmes Licht in der eisigen Kälte in den Mauern dieser Festung strahlte.
Ich realisierte , dass Elli eine geistige Beeinträchtigung hatte – aber komischerweise nicht, dass sie gar nicht zum Personal gehörte.
Der Wind fegte unter den Türen durch ubd es wurde langsam dunkel.
Ich schaute aus dem Fenster des Flures…
Im leichten Regen der eingesetzt hatte , wurden alle Insassen , die laufen konnten zu einem Speisesaal getrieben.
Eine graue sich bewegende Menge , ohne das ich ein Gesicht ausmachen konnte.
Eine Frau schrie. Ich erchreckte, als ich eine Hand auf meiner Schulter fühlte.
Mein Blick staarte auf die freundlichen braunen Augen , die mich anstrahlten.
Dies ist meine erste Begenung mit der Hölle von Riu Vadului gewesen….bis heute habe ich keine Worte , um zu beschreiben, was ich in dem Moment fühlte.
Als ob Elli nicht merken würde , das sie in einer Hölle lebte…..
Meine komplette Selbstkontrolle brach zusammen.
Meine Beine versagten ihren Dienst und Elli hielt mich fest.
Sie redete betuhigend auf nich ein , während sie mich zu Tabita führte…
Meine Erinnerung ab den Rückweg bricht an dem Punkt ab , an dem die Autotür zugeklappt ist….ich atme durch …wir sind durch das Tor…
Das Auto fährt langsam…niemand sagt ein Wort.
Herr hilf , denn es will abend werden.
Ich starre zum Himmel und spüre das ich noch da bin.
Was war das dort????
Diese Frage würde ich gerne noch immer stellen.
Die Antwort hat an jenem Abend der Wind mitgenommen.
Fortsetzung folgt.

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✍ Material realizat și asumat de Jurnalist Durbaca Dragoș.

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